Neben dem Schleswig-Holstein-Lied gibt es eine große Anzahl von „Angeln-Liedern“, die zurzeit von der AG für Heimatforschung und Archivwesen unter Federführung von Heinz Bauer, Munkbrarup, gesammelt werden, um sie später in der "Kleinen Reihe" zu veröffentlichen.
Im Gemeindearchiv Sörup sind unter der Kennung 4D die folgenden Liedtexte abgelegt:
Es gibt noch viele weitere Angelnlieder und -gedichte, die nach und nach in dieser Liste erscheinen und später in der "Kleinen Reihe" des Heimatvereins veröffentlicht werden sollen. Die "AG für Heimatforschung und Archivwesen" bittet um Mithilfe und um Zusendung weiterer Texte an:
Heimatverein der Landschaft Angeln, Schleswiger Str. 3, 24966 Sörup,
oder info@heimatverein-angeln.de
Dr. Rolf Glawischnig Bernhard Asmussen

Das Schleswig-Holstein-Lied (Schleswig-Holstein meerumschlungen - der kaum bekannte Titel lautet „Wanke nicht, mein Vaterland“) ist die Landeshymne Schleswig-Holsteins, die erstmals 1844 beim Schleswiger Sängerfest vorgestellt wurde. Die Melodie stammt von dem Schleswiger Kantor Carl Gottlieb Bellmann (1772–1862), und ein ursprünglich von dem Berliner Rechtsanwalt Karl Friedrich Straß geschriebener Text wurde kurz vor dem Fest von dem Advokaten Matthäus Friedrich Chemnitz (1815–1870) - der damaligen politischen Stimmung entsprechend - fast völlig umgeschrieben. In dem Lied wird der Wunsch nach einem geeinten, unabhängigen und deutschen Schleswig-Holstein besungen.
Im Programmfaltblatt zum Schleswig-Holstein-Tag am 23./24. Juli 1994 in Schleswig heißt es u.a.: "Wir können uns heute kaum noch vorstellen, welche Bedeutung ein Lied für die gesellschaftliche und politische Entwicklung haben kann. Früher war das gesungene Lied ein wichtiges Instrument, um auszudrücken, was Menschen fühlten, dachten und wollten. Das gilt besonders für die Zeit vor 150 Jahren, in der Menschen für Freiheit, Demokratie und Einheit in Deutschland eintraten - wie am 24. Juli 1844."
Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
deutscher Sitte, hohe Wacht,
wahre treu, was schwer errungen,
bis ein schönrer Morgen tagt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland
Ob auch wild die Brandung tose,
Flut auf Flut, von Bai zu Bai:
O, laß blühn in deinem Schoße
deutsche Tugend, deutsche Treu.
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Doch wenn inn´re Stürme wüten,
drohend sich der Nord erhebt,
schütze Gott die holden Blüten,
die ein mildrer Süd belebt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
Gott ist stark auch in den Schwachen,
wenn sie gläubig ihm vertrau´n;
zage nimmer, und dein Nachen
wird trotz Sturm den Hafen schau´n!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
harre aus, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
harre aus, mein Vaterland!
Von der Woge, die sich bäumet
längs dem Belt am Ostseestrand,
bis zur Flut die ruhlos schäumet
an der Düne flücht´gem Sand. -
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
Und wo an des Landes Marken
sinnend blinkt die Königsau,
und wo rauschend stolze Barken
elbwärts ziehn zum Holstengau. -
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Teures Land, du Doppeleiche,
unter einer Krone Dach,
stehe fest und nimmer weiche,
wie der Feind auch dräuen mag!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland!
Worte: Matthias Friedrich Chemnitz, 1844
Weise: Karl Gottlieb Bellmann, 1844
Die "inn'ren Stürme" weisen auf die damaligen Auseinandersetzungen innerhalb des Herzogtums Schleswig zwischen Deutsch oder Dänisch hin. "Nord" (der Nordwind) meint die als die Bedrohung verstandenen dänischen Bestrebungen, das Herzogtum Schleswig in das dänische Königreich einzuverleiben und damit von Holstein zu trennen. Dagegen steht der "Süd" (Südwind) als Bild für den positiv empfundenen Einfluß aus Deutschland. Wie in der ersten Strophe des „Deutschlandliedes“ ist hier die geografische Ausdehnung Schleswig-Holsteins von der Ostsee zur Nordsee (die Flut) und von der Königsau nördlich Hadersleben bis zur Elbe beschrieben.
Das Bild von der „Doppeleiche unter einer Krone Dach“ beschreibt das angestrebte staatsrechtliche Verhältnis der Herzogtümer Schleswig und Holstein zu Dänemark: Die „Doppeleiche“ hat zwei Stämme, die aus einer Wurzel wachsen, also "stammverwandt" sind. „Unter einer Krone Dach“ heißt, dass Schleswig und Holstein unter dem Schutz der Krone (des Herzog von Schleswig und Holstein) untrennbar zusammengehören. Darum sind die beiden Herzogtümer in dem Lied auch durch einen Bindestrich verbunden. Diskutiert wurde damals nämlich für den Fall des Aussterbens der männlichen Linie des dänischen Königshauses, die beiden Herzogtümer aus dem dänischen Gesamtstaat herauszulösen und einen eigenen Staat unter dem Herzog von Augustenburg zu bilden. Der Begriff „Vaterland“ stand also nicht für Deutschland, sondern für ein deutsches Schleswig-Holstein.
Literatur (Auswahl):
"Freiheit lebet nur im Liede" - Das politische Lied in Deutschland, Bundesarchiv, Koblenz 1992;
Gerd Stolz: Schleswig-Holstein, meerumschlungen... 150 Jahre Schleswig-Holstein-Lied, hrsg. von der Provinzial-Versicherung 1994;
Hans-Otto Tiedemann: Angelner Gesangvereine und das Schleswig-Holstein-Lied, in: Jahrbuch des Heimatvereins der Landschaft Angeln 58/1994, S. 189 ff.