Tagesausflug nach Hamburg

01. September 2009

>Stadtrundfahrt durch Hamburg und Besuch des Dahliengarten< lautete die Ankündigung des Heimatvereins der Landschaft Angeln für den 01. September 2009.

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ Dieser bekannte Ausspruch traf für über 40 Personen zu. Sie alle hatten sich Zeit mit der Anmeldung zu dieser Fahrt gelassen und konnten nun nicht mitfahren. Sicher tröstete die Daheimbleibenden das schlechte Wetter der letzten Tage. Doch als der vollbesetzte Bus Richtung Hansestadt fuhr, strahlten nicht nur 44 Gesichter, sondern auch die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Eine versierte Stadtführerin begleitete uns im Bus ab den Landungsbrücken. Erstes Ziel war die >Speicherstadt< und die Wasserflächen drumherum.

Wir erfuhren, dass viele Lagerhäuser ein Fundament aus Eichenpfählen haben, die im Wasser verankert sind. Schlamm und Wasser bewirken einen Gerbprozess, wodurch die Holzstämme hart wie Stahl werden und eine Haltbarkeit von über 300 Jahren erreichen können.

Ein besonderes Highlight jeder Hafenrundfahrt ist das Befahren der knapp 4 km lange Köhlbrandbrücke – das Wahrzeichen des Hamburger Hafens. Sie verbindet den Freihafen, den wir unkontrolliert durchfahren konnten, mit dem Containerhafen. An zwei 130 m hohen Pylonen ist die Schrägseilbrücke befestigt, die ausschließlich dem Kfz-Verkehr dient

Ideale Wetterverhältnisse trugen dazu bei, diesen Blick aus 57m Höhe auf die Hafenanlagen zu genießen.

Unter uns der hier ca. 300m breite Köhlbrandkanal.

Im Containerhafen näherten wir uns wieder üblichem Straßenniveau.

Da unsere Stadtführerin ehrenamtlich tätig ist, zeigte sie uns ihren Aufgabebereich mitten im Containerhafen. Hier betreut sie Seeleute aus aller Welt, die höchstens mal 12 Stunden Freizeit haben, wenn ihr Schiff mittels großen Kränen entladen wird.

In diesem Gebäude ist im >Raum der Stille< für jede Glaubensrichtung ein kleiner Altar bereitgestellt.

Es gibt ein >Spielzimmer< - wir wurden gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, wie man bei Seegang Billart spielen kann? – und ganz viele Telefonanschlüsse, denn ein Gespräch nach Hause ist bei dem geringen Lohn und den teuren Auslandstarifen kaum erschwinglich. Von hier können die Seeleute bezuschusst telefonieren. Außerdem besteht in diesem Treffpunkt die Möglichkeit, sich in der Heimatsprache zu unterhalten.

Erfreut genießen diese spartanisch lebenden Männer den Blick auf blühende Blumenrabatten.

Gegen 13:00 und bei wärmenden 26° verließen wir den Bus, um im Museumshafen Oevelgönne an Bord der D.E.S. >Bergedorf< zu gehen.

Hier bekamen wir ein schmackhaftes Mittagessen, wahlweise Fisch, Pute oder vegetarisch serviert.

Beim Verlassen der Anlegebrücke bestätigte uns der Blick: Hamburg ist die >wohlhabenste und grünste< Metropole Europas. 120 Parks sind über das Stadtgebiet verteilt. Viele Straßen sind von Baumreihen beschattet.

Nach einer Rundfahrt durch die Innenstadt mit befahren der >Reeperbahn< dem St. Georgsviertel und über die Mönckebergstraße -  ohne Halt zum Einkaufen – fuhren wir Richtung Fußballstadion des HSV am Volkspark, in dessen Nähe der Dahliengarten ist.

Der Regen der letzten Tage und nun der Sonnenschein - das Busthermometer zeigte eine Außentemperatur von 30° an – ließen die Blüten sich voll geöffnet der Sonne zuwenden.

Über 600 verschiedene Sorten ergeben eine Gesamtzahl von 15 000 Pflanzen.

Die große Anzahl einer Sorte macht’s!

Großblättrige Blüten...

stehen neben schmalen Blüten
– fast meint man, diese sind auf Diät –

Noch bizarrer wirkt diese Dahlie, sie gehört der Gruppe mit Namen >Hirschgeweih< an

Nur staunen kann man über den Durchmesser mancher Blüten, meine Hand dient dem Größenvergleich

Es gibt hier mehrfarbige Exemplare

und Stauden mit zutreffendem Namen: >Cafe au lait< eine Schmuckdahlie

Wir schlenderten an niedriger Blütenpracht vorbei...

...und blieben vor >Riesen< stehen: >Kalinka< Deutschlands höchste Dahlienzüchtung, die im Jahr 1996 eine Rekordhöhe von 3,03m erreicht hat.

Nicht nur auf den Wegen waren Dahlienliebhaber und Bewunderer zu finden – nein – auch auf vielen Blüten.

Doch welche Blüte die Schönste ist, kann man nur nach mehrmaligem Aufenthalt in dieser farbenprächtigen Oase sagen – selbst dann fällt die Wertung bestimmt noch schwer!

Und wer ist verantwortlich für die Blütenpracht auf 1,5 Hektar? Ein 64 jähriger Junggeselle mit vier fest angestellten Gärtnern. Alle Pflanzen stammen aus Tausch-Geschäften oder wurden ihnen geschenkt. Doch ohne ehrenamtliche Mitarbeiter sähe diese Anlage bestimmt nicht so gepflegt aus.

Der Abschied fiel schwer, doch er musste sein, denn im nahe gelegenen >Bauernhaus< wartete Kaffe und Kuchen auf uns. Dankbar, dass wir diesen Tag bei so schönem Wetter genießen konnten, verließen wir Hamburg Richtung Norden.

Tröstend für alle, die gerne teilgenommen hätten: diese Fahrt wird 2010 wiederholt.

Elisabeth Hansen