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Eisvogel in Flensburg Meierwik

Wo Frösche zum Konzert einladen

moin liebe OAG mitglieder,

selbst wenn einige von Euch/Ihnen diesen Zeitungsartikel am 22.Mai 2020 gelesen haben, kann es nicht schaden, wenn er auch allen zugänglich gemacht wird. Damit empfehle ich diese Naturperle auch denen, die sie noch nicht kennen.

In diesem Sinne beste Grüße

GH Schauser

 

Das Stiftungsland Winderatter See zeichnet sich durch seine Artenvielfalt aus – und steht heute am Tag der biologischen Vielfalt im Fokus

Tina Ludwig AUSACKER „Wir sind keine Rabeneltern“, sagt Thomas Voigt und lacht. Nicht selten sorgen sich Spaziergänger an eisigen Wintertagen um die Galloways, die das Gras am Winderatter See kurz halten. Doch der Sprecher der Stiftung Naturschutz beruhigt: „Die Tiere können ein raues Klima vertragen, sie stammen aus Schottland.“ Die Hochlandrinder weiden aber nicht zum Spaß auf den Flächen im Stiftungsland, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Um diesen zu gewährleisten, hat die Stiftung Naturschutz mit dem betreuenden Förderverein „Winderatter See – Kielstau“ und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen in Angriff genommen – und es entstand auf den sogenannten Wilden Weiden ein Paradies für viele Pflanzen- und Tierarten.

Dass sich am Winderatter See in den Knicks, Ufersäumen, Talhängen und Weiden Neuntöter, Laubfrösche, Fledermäuse und verschiedene Schmetterlinge tummeln können, liegt an der extensiven Pflege der Landschaft. „Im Stiftungsland wird kein Dünger verwendet und nur 0,3 Tiere weiden im Schnitt auf einem Hektar Fläche“, erklärt Thomas Voigt das Erfolgsrezept. Zum Vergleich: In der Landwirtschaft sind acht Tiere auf einem Hektar unterwegs. Auf den Weiden rund um den Winderatter See fungieren zurzeit 25 Galloway-Kühe und 15 Kälber als „Rasenmäher“.

Seit 2006 ließ die Stiftung Naturschutz im Gebiet des Stiftungslandes über 70 Kleingewässer neu anlegen. Dort herrscht nun ein buntes Treiben. Frösche laden zum Konzert ein, Libellen fliegen über die Wasseroberfläche, und verschiedene Pflanzen, wie das Kleinblütige Weidenröschen, die Schwertlilie oder der Wasserhahnenfuß, haben eine neue Heimat gefunden. „Und Amphibien nutzen die flachen Gewässer bevorzugt zum Laichen“, erklärt Thomas Voigt. Spaziergänger, fügt er hinzu, können auf der fünf Kilometer langen Wanderung durch das Stiftungsland Laubfrösche, Grasfrösche, Rotbauchunken und andere Amphibienarten beobachten. Damit das so bleibt, setzt die Stiftung Naturschutz regelmäßig nachgezüchtete Tiere aus. „Viele Populationen sind verschwunden, weil ihnen die Lebensräume fehlen“, nennt Thomas Voigt den Grund dafür. Die Zucht sei gar nicht so einfach, denn jede Art habe andere Wünsche für ihren Lebensraum. Denen müssen man genau nachkommen, sagt er.

Nicht nur an den Gewässern, sondern auch abseits des Ufers gibt es einiges zu entdecken. 400 Großpilz- und über 300 Pflanzenarten haben sich insgesamt angesiedelt. Thomas Voigt erwähnt auch hier den positiven Effekt der Beweidung, denn in den offenen Bereichen hat sich eine große Artenvielfalt an Gräsern und Kräutern entwickelt.

Damit die naturbelassene Landschaft mit ihrer Artenvielfalt nicht verkümmert, erhält die Stiftung Naturschutz Unterstützung vom Verein „Winderatter See – Kielstau“. Deren Mitglieder sorgen für die Instandhaltung der Tore, der Stege und Brücken, die Pflege des Naturpfades, der Picknickplätze und der zahlreichen Infotafeln. Außerdem werden die Entwicklungen in der Tier- und Pflanzenwelt beobachtet und dokumentiert sowie Maßnahmen des Naturschutzes unterstützt.


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