Spatz

Rausgehen, Ohren und Augen öffnen

Nach dem unerwartet heftigen Wintereinbruch zu Beginn dieses Monats mit langanhaltenden kalten Ostwinden und manchmal Kältegraden, wandelte sich in der letzten Woche nach Mitte des  Monats Februar die Großwetterlage in Richtung Frühling. Bei den Spaziergängen in unserer Umgebung der mittleren Geltinger Bucht um Steinbergholz/ Steinberghaff herum, habe ich die intensive Zunahme des Vogellebens verfolgt, die ich als Anregung zu eigenen Aktivitäten und Beobachtungen hier weitergebe.

Noch mitten in der größten Kälte am 10.2. flog sie auf, die Waldschnepfe. Zwei Tage (12.2.) später wurde mir eine Sichtung auf der Westhöhe von Flensburg mitgeteilt.

 Während der Schnee noch fest lag, hörte ich die erste einzelne Feldlerche ohne sie zu sehen, Tags darauf wieder nur 1 Exemplar gehört und heute endlich 1 Ex. gehört und gesehen.

 In unseren Bauernwäldchen wurde das Laub unter dem Schnee von Amseln eifrig durchwühlt. Jeweils Trupps von 15 -25 Amselmännchen waren in Sichtweite auf Futtersuche, so dass die weiße Waldbodenfläche bald von größeren oder kleineren laub braunen Flächen durchsetzt war. 

Dompfaffen waren unauffällig in Knicks oder kleinen Waldflecken durch ihr leises "Gimp" = Gimpel zu hören.

Der Kleiber ist wesentlich ruffreudiger und lauter unterwegs.

Die Meisen reagieren genauso auf zunehmendes Tageslicht und Wärme und untersuchen bereits intensiv mögliche Höhlen. Mit Hilfe des Fernglases kann man mindestens drei Arten unterscheiden, die sich natürlich auch durch ihre unterschiedlichen vermehrten Rufe verraten.

die Kohl-, Blau- und Sumpfmeise sind es.

Wachholderdrosseln erkennt man am "tschacker"-Ruf und ihrer Größe. Die Rückkehr gen Norden läßt noch auf sich warten. Die Gefiederfärbung ist interessant und auffällig.

Nur gute Gehörfähigkeit erlaubt die hohen feinen Rufe der Baumläufer im Wald zu erkennen. Sie haben nach langem Schweigen gerade wieder begonnen, zu rufen.

Dagegen sind die Rufe des Buchfinks nicht zu überhören und auch die Grünfinken rufen seit einigen Tagen.

Mit dem 1. frühlingshaften Tage, dem 18.2.. erschienen auch der erste Kiebitz und ein Starenschwarm auf einer Feuchtwiese, um danach aber verschwunden zu bleiben.

Singschwäne flogen mit leisen Kontaktrufen zwischen 5 -10 Ex. relativ niedrig über Wiesen, Felder oder die Ostsee und rasteten auf der Ostsee bei Ohrfeldhaff.

Die etwa 2.000 Nonnen- Grau -, Bläss- und Kanadagänse, die sich wochenlang auf den Wiesen und Feldern an der unteren Lippingaus aufgehalten hatten, pendelten auch zu den Lehbeker Au Flächen , zur Birk und evt. Habernisser Au, wobei die Weißwangengänse den Ton angaben und in absoluter Mehrzahl vorkamen. 

Eiderenten, Trauerenten weiter draußen, vereinzelt Schellenten , Gänse- oder Mittelsäger und Stockenten kann man vom Ufer aus beobachten udn tw. rufen hören. Silbermöwen verfolgen oft auftauchende Enten, um ihnen die Miesmuscheln ab zu jagen. Die 1. Lachmöwe hatte eine schwarze Kopfmaske. 

Die kräfigen Südwinde gestern trieben einen Mäusebussard, der sich in der Thermik hoch schraubte, so schnell in Richtung Norden, dass er innerhalb von nur 2-3 Minuten aus der Sichtweite verschwand von Oestergaard in Richtung Habernis. Dort versammeln sich um die Mittagszeit im zeitigen Frühjahr immer wieder Bussarde, um die Thermik auszunutzen, über Land  immer höhere Kreise zu ziehen und dann in großer Höhe die Ostsee-enge nach Broacker/ Sonderburg zu überfliegen.

Der heutige Sonntag mit 13 °C Höchsttemperaturen bei uns (die Ostsee hat gerade mal 1°C) brachte auch andere Beobachtungen: die erste Biene an einem Schneeglöckchen, den ersten Zitronenfalter, kräftigere Knospenbildung, Haselnusspollen usw.

Sonnige und relativ warme nächste Tage fördern sicherlich dieses kräftige Frühlingserwachen. Dementsprechend sollte, wer kann und die Lust dazu verspürt, rausgehen und die Natur mit allen Sinnen genießen.

Viel Vergnügen dabei 

wünscht 

Geert - Henning Schauser

Eisvogel in Flensburg Meierwik

Wo Frösche zum Konzert einladen

moin liebe OAG mitglieder,

selbst wenn einige von Euch/Ihnen diesen Zeitungsartikel am 22.Mai 2020 gelesen haben, kann es nicht schaden, wenn er auch allen zugänglich gemacht wird. Damit empfehle ich diese Naturperle auch denen, die sie noch nicht kennen.

In diesem Sinne beste Grüße

GH Schauser

 

Das Stiftungsland Winderatter See zeichnet sich durch seine Artenvielfalt aus – und steht heute am Tag der biologischen Vielfalt im Fokus

Tina Ludwig AUSACKER „Wir sind keine Rabeneltern“, sagt Thomas Voigt und lacht. Nicht selten sorgen sich Spaziergänger an eisigen Wintertagen um die Galloways, die das Gras am Winderatter See kurz halten. Doch der Sprecher der Stiftung Naturschutz beruhigt: „Die Tiere können ein raues Klima vertragen, sie stammen aus Schottland.“ Die Hochlandrinder weiden aber nicht zum Spaß auf den Flächen im Stiftungsland, sondern leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Um diesen zu gewährleisten, hat die Stiftung Naturschutz mit dem betreuenden Förderverein „Winderatter See – Kielstau“ und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen in Angriff genommen – und es entstand auf den sogenannten Wilden Weiden ein Paradies für viele Pflanzen- und Tierarten.

Dass sich am Winderatter See in den Knicks, Ufersäumen, Talhängen und Weiden Neuntöter, Laubfrösche, Fledermäuse und verschiedene Schmetterlinge tummeln können, liegt an der extensiven Pflege der Landschaft. „Im Stiftungsland wird kein Dünger verwendet und nur 0,3 Tiere weiden im Schnitt auf einem Hektar Fläche“, erklärt Thomas Voigt das Erfolgsrezept. Zum Vergleich: In der Landwirtschaft sind acht Tiere auf einem Hektar unterwegs. Auf den Weiden rund um den Winderatter See fungieren zurzeit 25 Galloway-Kühe und 15 Kälber als „Rasenmäher“.

Seit 2006 ließ die Stiftung Naturschutz im Gebiet des Stiftungslandes über 70 Kleingewässer neu anlegen. Dort herrscht nun ein buntes Treiben. Frösche laden zum Konzert ein, Libellen fliegen über die Wasseroberfläche, und verschiedene Pflanzen, wie das Kleinblütige Weidenröschen, die Schwertlilie oder der Wasserhahnenfuß, haben eine neue Heimat gefunden. „Und Amphibien nutzen die flachen Gewässer bevorzugt zum Laichen“, erklärt Thomas Voigt. Spaziergänger, fügt er hinzu, können auf der fünf Kilometer langen Wanderung durch das Stiftungsland Laubfrösche, Grasfrösche, Rotbauchunken und andere Amphibienarten beobachten. Damit das so bleibt, setzt die Stiftung Naturschutz regelmäßig nachgezüchtete Tiere aus. „Viele Populationen sind verschwunden, weil ihnen die Lebensräume fehlen“, nennt Thomas Voigt den Grund dafür. Die Zucht sei gar nicht so einfach, denn jede Art habe andere Wünsche für ihren Lebensraum. Denen müssen man genau nachkommen, sagt er.

Nicht nur an den Gewässern, sondern auch abseits des Ufers gibt es einiges zu entdecken. 400 Großpilz- und über 300 Pflanzenarten haben sich insgesamt angesiedelt. Thomas Voigt erwähnt auch hier den positiven Effekt der Beweidung, denn in den offenen Bereichen hat sich eine große Artenvielfalt an Gräsern und Kräutern entwickelt.

Damit die naturbelassene Landschaft mit ihrer Artenvielfalt nicht verkümmert, erhält die Stiftung Naturschutz Unterstützung vom Verein „Winderatter See – Kielstau“. Deren Mitglieder sorgen für die Instandhaltung der Tore, der Stege und Brücken, die Pflege des Naturpfades, der Picknickplätze und der zahlreichen Infotafeln. Außerdem werden die Entwicklungen in der Tier- und Pflanzenwelt beobachtet und dokumentiert sowie Maßnahmen des Naturschutzes unterstützt.


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