Wollgras im Moor

Arbeitsgemeinschaft Botanik


Jahresbericht 2017

Das Hechtmoor bei Satrup heute

Es war einer der wenigen schönen Tage dieses Sommers, der 26. August 2017, Sonnenschein und Windstille am Nachmittag, ideal für eine naturkundliche Wanderung durch das "Hechtmoor" bei Satrup.

Seit der letzten Wanderung durch das Hechtmoor sind etliche Jahre vergangen. Es ist fast unglaublich - 40 Natur-freunde haben sich um 15 Uhr auf dem Waldparkplatz im "Rehberger Gehege" eingefunden, um mit mir Flora und Fauna in diesem schönen kleinen Naturschutz-gebiet im Herzen Angelns zu erkunden.

Wie hat sich das Moor seit der letzten Wanderung entwickelt? Treten Veränderungen in der Zusammensetzung der moortypischen Pflanzenwelt zu Tage - oder ist der Zustand so erhalten geblieben wie vor einigen Jahren? Wir sind alle sehr gespannt. Ein kleines Stück müssen wir vom Parkplatz auf dem Radweg Richtung Sarrup an der viel befahrenen Straße Satrup- Uelsby, gehen. Hier am Knick zum Rehberger Wald entdecken wir einen Wildwechsel. Eine erwa 50 cm tiefe Rille hat Dam- und Rehwild mit seinen Schalen (Klauen) in den Knick getreten. Es ist beeindruckend, wahrscheinlich besteht dieser Wechsel schon etliche Jahrzehnte!

Wir überqueren die Straße nach Westen und kommen an einer hübschen Reetdach-kate vorbei, wo uns freilaufende Ziegen begrüßen. Von hier aus führt ein schmaler Pfad in den östlichen Randbereich des Moores. Hier fängt der Bruchwald an, der in mehr oder weniger breitem Saum das ganze Hechtmoor umschließt. Schwarzerlen, Zitterpappeln, Hasel, Birken, Ebereschen und Kratteichen bilden diesen Saum.

Wir folgen dem Weg, der von Ost nach West etwas erhöht das ganze Moor durchquert und uns einen schönen Blick in das Innere dieses kleinen Naturschutzgebietes gibt.

Auffällig ist seit unserem letzten Besuch vor einigen Jahren die enorme Zunahme des Pfeifengrases im gesamten Moorgebiet. Nährstoffe aus der Luft und den umliegenden landwirtschaftlichen Flächen begünstigen das Wachstum des Pfeifengrases wahrscheinlich sehr! Darunter leiden leider viele andere Pflanzen wie Besenheide, Glockenheide, Moosbeere, Moorlilie, Wollgras und Krähenbeere und führen zum Teil nur noch ein Schattendasein. Auch der Sonnemau an den zugewachsenen Torfstichlöchern war früher viel kräftiger.

Aber trotzdem gibt es bei unserer Wanderung genug zu entdecken! Viele kleine Moor- und Wasserfrösche und eine Waldeidechse verschwinden vor uns im hohen Gras. Mosaikjungfern und Heidelibellen jagen eifrig nach Insekten. Eine Besucherin findet an einem Grashalm am Weg eine große grüne Raupe. Aus ihr wird im nächsten Jahr ein Pappelschwärmer. In den noch offenen Wasserflächen blüht gerade der Wasserschlauch mit seinen gelben, löwenmaulähnlichen Blüten. Froschbiß und Laichkraut zeigen nur noch ihre Schwimmblätter. Ein anderer Teich beherbergt einen Teppich von blühenden Krebsscheren, sie schwimmen auf der Wasseroberfläche und sind nicht im Teichgrund verwurzelt. Im Winter taucht die Krebsschere auf den Teichgrund ab und erscheint im Frühjahr wieder an der Wasseroberfläche.

Ein großer Trupp Rauchschwalben jagt eifrig über die stille sonnenbeschienene Fläche nach Insekten hin und her.

Nach zwei Stunden Wanderung durch das Hechtmoor mit vielen interessanten Beobachtungen und Eindrücken kehren wir zufrieden zum Parkplatz zurück und treten den Heimweg an.

Gerhard Rossen
AG-Leiter Arbeitsgemeinschaft für Botanik

Flarupgaard, 24392 Saustrup, Tel. + Fax: 04641-2793