Wollgras im Moor

Arbeitsgemeinschaft Botanik



AG Botanik


Eine Führung durch das „Satrupholmer Moor“

Die große Hitzewelle des Jahrhundertsommers mit seinen hohen Termperaturen und seiner Trockenheit waren vor einigen Tagen durch Gewitter und Regen abgelöst worden. Heute, am Samstag dem 18. August scheint wieder die Sonne bei angenehmen Temperaturen. Mit Herrn Manfred Koch vom Naturschutzverein Satrup, der das Satrupholmer Moor betreut, hatte ich diesen Nachmittagstermin vereinbart, um das im Moor seit einigen Jahren beheimatete Kranichpaar mit seiner Brut nicht mehr zu stören! Nach Herrn Kochs Beobachtungen war die Brut der Kraniche erfolgreich gewesen und Eltern und Jungvogel hatten das Moor verlasssen.

Nach einer kurzen Begrüßung der 19 anwesenden Naturfreunde übergebe ich die Führung durch das Moor an Herrn Koch. Anhand von Karten und Zeichnungen werdenuns von ihm zunächst einmal auf dem großen Parkplatz am Hauptweg am nördlichen Moorrand wichtige geschichtliche Daten und die heutigen Besitzverältnisse und die Größe des Satrupholmer Moores interessant erläutert.

Herr Koch (rechts) führt durch’s Moor.

Vom Hauptweg aus haben wir einen wunderbaren Blick in die große Freifläch des Moores. Hier wird deutlich, wie wichtig ein hoher Wasserstand ist. Im Hintergrund gen Ostensehen wir die abge- storbenen Moorbirken und Erlen. Auch Grauweide und Gagel und das Pfeifengras können keine dauernden nassen „Füße“ (Wurzeln) ab. Das für die Moorentwicklung so wichtige Torfmoos aber findet hier den idealen Lebensraum!

 

 

Gagelstrauch

Eingelassene Spuntwände halten, wo das Wasser zu schnell abfließt, dieses zurück, damit es dem Moorkörper erhalten bleibt. Im südlichen Teil am Graben zu den landwirtschaftlichen Flächen kann der Wasserstand durcheinen sogenannten „Mönch“ (Bild links) reguliert werden. Hier zeugen die absterbenden Erlen, Weiden und Birken von der positiven Entwicklung des Moores. 

 Auf einer kleinen kahlen Torfsenke zeigt uns Herr Koch den „Mittleren Sonnentau“, eine sehr seltene insektenfressende Pflanze. Wollgras, Beinbrech, Igelkolben, Zweizahn, Blutweiderich, Weidenröschen und Teufelsabbiß bekommen wir zu sehen. Im Frühjahr kann man das Meckern der Bekassine hören und auch von dem an Schweinegrunzen erinnernden Ruf der Wasserralle berichtet Herr Koch. Beide sind Brutvögel im Moor. Auch Kreuzotter und Ringelnatter kann man im Moor beobachten.
Sachkundig und mit großer Begeisterung hat Herr Koch unsan diesem Nachmittag durch „sein“ Satrupholmer Moor geführt und aufgezeigt,
was man für Landschaft und Tier- und Pflanzenwelt tun kann. Einganz herzliches Dankeschön!

Gerhard Rossen